Hyperparathyreoidismus bei Hunden: Welche Auswirkungen hat diese Erkrankung?

Hyperparathyreoidismus ist eine Erkrankung, die durch eine vermehrte Bildung von Nebenschilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. Diese Hormone sind an zahlreichen unterschiedlichen Prozessen des Körpers beteiligt.

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Die Schilddrüse ist eine kleine Drüse, die sich am Hals befindet und die charakteristische Form eines Schmetterlings hat. Manchmal funktioniert diese Drüse nicht richtig und diese Fehlfunktion kann zu zahlreichen Erkrankungen wie beispielsweise Hyperparathyreoidismus bei Hunden, Katzen oder anderen Lebewesen führen.

Was ist Hyperparathyreoidismus?

Im National Cancer Institute’s dictionary, dem Wörterbuch des nationalen Krebsinstituts der Vereinigten Staaten, wird Hyperparathyreoidismus definiert als „eine Erkrankung, bei der die Nebenschilddrüse (eines von vier erbsengroßen Organen der Schilddrüse) zu viele Nebenschilddrüsenhormone produziert“. Dies führt zum Kalziumverlust in den Knochen und einer höheren Kalziumkonzentration im Blut. Symptome sind unter anderem Knochenschmerzen und Nierenprobleme.

Die Nebenschilddrüsen sind klein und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Kalziumsspiegels. Sie bilden Nebenschilddrüsenhormone (Parathormone), die für die Erhöhung der Kalziummenge im Blutkreislauf verantwortlich sind. Außerdem hat dieses Hormon auch Einfluss auf den Darm, die Knochen und die Nieren.

Allerdings besteht eine der Hauptfunktionen des Parathormons in der Hydroxilierung von Vitamin D in den Nieren. Wenn Vitamin D aktiviert wird, werden dadurch weitere Reaktionen ausgelöst und die Proteine, die die Kalziumabsorption im Darm regulieren, werden aktiviert.

Arten der Nebenschilddrüsen-Überfunktion

Es gibt zwei unterschiedliche Arten dieser Erkrankung, den primären und den sekundären Hyperparathyreoidismus.

Primärer Hyperparathyreoidismus bei Hunden

Wenn Veränderungen in der Nebenschilddrüse auftreten, dann tritt der primäre Hyperparathyreoidismus auf. Die Hauptfolge davon ist die Bildung großer Mengen an Parathormonen.

Die hauptsächliche Ursache für diese Erkrankung ist das Vorhandensein eines Adenoms (nicht-karzinogene Geschwulst). Darüber hinaus kann der primäre Hyperparathyreoidismus manchmal auch die Folge eines Karzinoms (Krebsgeschwür) oder einer Hyperplasie (Vergrößerung der Drüsen) sein.

Die Hypersekretion der Nebenschilddrüsenhormone führt dazu, dass der Körper Kalzium aus verschiedenen Körperregionen resorbiert, was eine Hyperkalzämie verursacht.

Diese Hyperkalzämie wiederum bewirkt Veränderungen in verschiedenen Organen des Körpers wie beispielsweise den Nieren, dem unteren Harntrakt, dem Herzen, usw.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus bei Hunden

Darüber hinaus gibt es den sekundären Hyperparathyreoidismus, der zwei Unterarten hat. Diese Erkrankung ist eine homöostatische Reaktion, die durch geringe Mengen ionisierten Kalziums in Blut ausgelöst wird.

Der renale sekundäre Hyperparathyreoidismus tritt als Folge eines Absinkens der Plasmakonzentration von Kalzium auf. Dadurch werden vermehrt Nebenschilddrüsenhormone gebildet und die glomeruläre Filtration nimmt ab.

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Im Gegensatz dazu handelt es sich beim intestinalen sekundären Hyperparathyreoidismus um eine Stoffwechselstörung, die durch eine Hypersekretion von Parathormonen verursacht wird.

Allerdings spielt Kalzium bei beiden Formen eine wichtige Rolle. Kalzium ist ein struktureller Bestandteil von Knochen und Zähnen und daher ein sehr wichtiger Mineralstoff für den Körper.

Darüber hinaus hat Kalzium aber noch viele weitere Funktionen. Kalzium ist ein interzellulärer Botenstoff und an Prozessen wie der Blutgerinnung und Muskelkontraktionen beteiligt.

Welche Auswirkungen hat die Nebenschilddrüsen-Überfunktion bei Hunden?

Im Allgemeinen ist diese Erkrankungen bei Hunden eher selten und tritt normalerweise nur bei älteren Tieren auf.

Die Prognose hängt von den Symptomen ab, die bei dem betroffenen Tier auftreten. Häufigere Symptome dieser Erkrankung sind: Polyurie (krankhaft erhöhte Harnausscheidung), Inkontinenz, Muskelschwäche, Erbrechen und Zittern. Wenn der Tierarzt Nierenprobleme bei dem erkrankten Tier feststellt, verschlechtert sich dadurch allerdings die Prognose.

Zuerst wird dein Tierarzt einen Bluttest durchführen, um einen Hyperparathyroidismus diagnostizieren zu können. So kann er die Erkrankung feststellen und außerdem den allgemeinen Gesundheitszustand deines Hundes überprüfen.

Anschließend wird er dann die weitere Behandlung verordnen. Wenn eine Hyperkalzämie vorliegt, wird dein Arzt diese Behandlung unverzüglich einleiten, selbst wenn er noch nicht die genauen Ursachen dafür kennt.

Wenn ein Nebenschilddrüsentumor existiert, wird dein Tierarzt mit ziemlicher Sicherheit zwei Behandlungsoptionen vorschlagen. Die erste ist die operative Entfernung des Tumors. Darüber hinaus gibt es noch eine weniger invasive Methode, die Ethanolablation. Allerdings ist die Wahl der richtigen Alternative von der Größe des Tumors abhängig.

Nach der Operation überwacht der Tierarzt den Kalziumspiegel im Blut, denn einige Tiere entwickeln nach dem Eingriff eine Hypokalzämie. In diesem Fall erhalten sie eine Behandlung mit Vitamin D und Kalzium.

Grundsätzlich hängt die individuelle Behandlung von der Schwere der Erkrankung ab. Darüber hinaus wird dein Tierarzt vor allem mögliche Nierenschäden kontrollieren.

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